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Aktuelles Rhein-Ruhr-Express: Mobilitätsprojekt mit Zukunft!
16.06.2015
Abellio und National Express sollen RRX-Züge fahren
Ein RRX-Fahrzeug
Das Großprojekt Rhein-Ruhr-Express (RRX) in voller Fahrt! Nachdem seit Ende März 2015 endgültig feststeht, dass Siemens die RRX-Fahrzeuge baut und für den Zeitraum von 30 Jahren wartet, wurde nun über den zukünftigen Betrieb der Regionalexpress-Linien entschieden. Die am Rhein-Ruhr-Express beteiligten Zweckverbände beabsichtigen, die Betriebsleistungen der künftigen RRX-Linien durch Abellio Rail NRW und National Express durchführen zu lassen. Die privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen konnten sich jeweils mit dem wirtschaftlichsten Angebot gegenüber den Mitbewerbern durchsetzen und sich die in drei Lose unterteilten Linien sichern. Nach Ablauf der zehntägigen Einspruchs können nun die jeweiligen Verkehrsverträge mit einer maximal 15-jährigen Laufzeit abgeschlossen werden.
In dem Wettbewerbsverfahren ging es um die Regionalexpress-Linien RE 1, RE 4, RE 5, RE 6, und RE 11 mit einem Leistungsvolumen von insgesamt rund 14,6 Millionen Zugkilometern pro Jahr. Wettbewerbsverfahren dieser Größenordnung müssen aufgrund der Mittelstandsklausel aus dem Vergaberecht in Teilnetzen ausgeschrieben werden. Daher erfolgt die Vergabe der betreffenden Linien unterteilt in drei Lose. Die Bieter konnten sich um eines oder auch gleich mehrere Lose bewerben:
  • Das Los 1 mit den Linien RE 1 (Aachen – Köln – Essen – Hamm) und RE 11 (Düsseldorf – Essen – Dortmund – Hamm – Kassel) mit rund 6,2 Millionen Zugkilometern pro Jahr geht an Abellio Rail NRW.
  • Das Los 2 mit den Linien RE 5 (Koblenz – Köln – Düsseldorf – Wesel) und RE 6 (Köln/Bonn Flughafen – Köln – Düsseldorf – Essen – Hamm – Minden) mit rund 6 Millionen Zugkilometern pro Jahr geht an National Express.
  • Das Los 3 mit der Linie RE 4 (Aachen – Mönchengladbach – Hagen – Dortmund) mit rund 2,4 Millionen Zugkilometern pro Jahr geht an National Express.
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    Personalkosten waren im Verfahren nicht ausschlaggebend
    Entscheidend im Verfahren waren neben den Overheadkosten vor allem die kalkulierten Energiekosten. Die beteiligten Eisenbahnverkehrsunternehmen erhielten im Vorfeld von Siemens Energieverbrauchswerte der Fahrzeuge, die zum Einsatz kommen werden. Diese wurden dazu genutzt, die zu erwartenden Energiekosten für den Betrieb der jeweiligen Linien zu kalkulieren. Die Einschätzungen der Energieverbräuche basieren dann einerseits auf den unterschiedlicher Annahmen zur Nutzung von z.B. Fahrer-Assistenz-Systemen im Fahrzeug, die einen optimierten Energieverbrauch ermöglichen und andererseits auf der Bewertung des Energiepreises bei der Beschaffung von Bahnstrom und der aktuellen Marktdynamik in diesem Segment. Die Befürchtung eines Anbieters, aufgrund von höheren Personalkosten nicht konkurrenzfähig zu sein, hat sich nicht bestätigt. Bei diesem Kostenaspekt lagen bei den einzelnen Losen unterschiedliche Anbieter an erster Stelle.
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    Siemens AG baut RRX-Züge
    Bereits seit März 2015 steht fest, dass die 82 hochwertigen RRX-Züge für die künftigen RRX-Linien durch Siemens gebaut und für den Zeitraum von 30 Jahren gewartet und instand gehalten werden. Das Unternehmen setzte sich im Wettbewerb gegen zwei Mitbewerber mit dem wirtschaftlichsten Angebot durch. Der Fahrzeughersteller wird die neuen RRX-Fahrzeuge konstruieren, produzieren und über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren instand halten.
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    Die geplanten Fahrzeuge sind im Vergleich zu heutigen Nahverkehrszügen komfortabler und leistungsstärker. Durch ein sehr gutes Beschleunigungsvermögen können die Züge zum Beispiel Verspätungen schneller aufholen und so vor allem die Pünktlichkeit im RRX-Streckennetz verbessern. Um auch an den Haltestellen keine Zeit zu verlieren, verfügen die Wagen an allen Türen über eine automatische Spaltüberbrückung. Das sorgt für einen zügigen und komfortablen Ein- und Ausstieg auch bei hohem Passagieraufkommen und für einen barrierefreien Zugang für mobilitätseingeschränkte Personen. Außerdem ist der gesamte Niederflurbereich der Endwagen zwischen den Drehgestellen rampen- und stufenlos angelegt. Für Fahrgäste mit Rollstuhl befinden sich die Stellplätze in unmittelbarer Nähe der Eingangstüren sowie der barrierefreien Toilette. Pro Fahrzeug sind rund 400 Sitzplätze vorgesehen und werden durch Mehrzweckbereiche für Fahrgäste mit Kinderwagen, Rollatoren oder Fahrrädern ergänzt.
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    Die ersten Züge sollen ab Ende Dezember 2018 nach und nach eingeführt werden und für eine erhebliche Verbesserung des Nahverkehrsangebotes sorgen.
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    Zum Hintergrund:
    Grundlage der Vergabe ist das sogenannte NRW-RRX-Modell, das die beteiligten Zweckverbände Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR), Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) unter Federführung des VRR gemeinsam realisieren. Bei diesem Verfahren wurden die Ausschreibungen für den Betrieb der Linien von denen für Herstellung, Lieferung und Wartung getrennt, um unter anderem nach Fertigstellung der Infrastruktur die spätere Realisierung des RRX-Zielsystems zu ermöglichen.